Bei Wix, Squarespace, Webflow und Co. ist die Antwort klar: Die Plattform gehört dem Anbieter. Die Inhalte auch, solange die Plattform existiert und die Bedingungen passen.
Baukästen: gemietet statt gekauft
Wix erlaubt keinen vollständigen Export der eigenen Website-Struktur. Wer wechseln will, fängt praktisch von vorn an.
Bei Squarespace lassen sich Texte exportieren – aber Design, Templates und Seitenstruktur bleiben auf der Plattform. Wer wechselt, baut neu.
Webflow ist flexibler: Der Code lässt sich exportieren. Aber CMS-Inhalte, Formulare und Suche funktionieren nur bei Webflow. Ändern sich Preise oder Bedingungen, hat man wenig Spielraum.
WordPress: frei, aber nicht automatisch
WordPress ist anders: Weil es Open Source ist.
Keine Lizenzkosten.
Kein Anbieter, der die Regeln vorgibt.
Die eigenen Daten bleiben die eigenen Daten.
Aber hier ist der Haken:
Open Source bedeutet Freiheit. Was daraus gebaut wird, nicht unbedingt.
Viele WordPress-Setups sehen auf den ersten Blick unabhängig aus.
Aber unter der Haube:
Ein Page Builder, der Inhalte in einem Format speichert, das ohne ihn kaum nutzbar ist. Plugins, die sich gegenseitig bedingen – fällt eines weg, wackelt das ganze Setup. Customizing, das nur der ursprüngliche Entwickler versteht. Keine Dokumentation. Kein sauberes Übergabepaket.
Das ist kein Open-Source-Problem.
Das ist ein Architektur-Problem.
Und genau das ist der Punkt, über den ich in den letzten Wochen immer wieder schreibe: Größere WordPress-Updates wie 7.0 machen das sichtbar: welche Setups wirklich durchdacht sind und welche nur funktionieren, solange nichts verändert wird.
Was echte Unabhängigkeit heißt
Wirkliche Unabhängigkeit bedeutet: Die Website gehört dem, dem sie gehört. Die Daten sind portierbar – heute und in fünf Jahren. Das System bleibt stabil, wenn ein Plugin wegfällt, ein Anbieter verschwindet oder jemand anderes weitermacht.
WordPress gibt die Grundlage dafür.
Die Entscheidung, sie zu nutzen, passiert beim Aufbau.
Typische Fragen
Kann ich von Wix zu WordPress umziehen?
Ja. Texte und Bilder kommen mit, das Design entsteht in WordPress neu. Alte Adressen werden weitergeleitet, damit Links und Suchergebnisse weiter ankommen.
Gehört mir meine WordPress-Website?
Ja, wenn du alle Zugänge hast und sie ohne einen bestimmten Entwickler weiterlaufen kann. Das sollte bei der Übergabe geregelt sein.
Macht ein Page Builder abhängig?
Oft ja. Viele speichern Inhalte in einem eigenen Format, das ohne den Builder kaum nutzbar ist.